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SIOGRAFIE - SIO STEINBERGER

SÄNGER   SONGWRITER   PRODUZENT   SOZIALER MUSIK COACH

Am 1.Februar 1966 erblickte ich als Christoph Berger in Weimar, der Stadt der Dichter & Denker, das Licht dieser Erde -  ohne allerdings schon wirklich was von dem Flair meiner Geburtsstadt wahrzunehmen. Das kam später…

Meine Schulzeit verbrachte ich - noch zu DDR Zeiten - an der Johann Wolfgang Goethe Oberschule in Weimar. Eine wirklich künstlerische Schiene war damals bei mir noch nicht zu erkennen - mit einer Ausnahme: ich dirigierte vor dem Radio mit Leidenschaft und nichts war vor mir sicher, was auch nur irgendwie die Chance bot, von mir dirigiert zu werden :-)

Als ich 11 Jahre als war, zogen wir nach Hirschberg an die Grenze zu West-Deutschland.

Meine Eltern übernahmen eine Einrichtung für geistig behinderte Mädchen und Frauen.

Meine 7 Sinne schärften sich vermutlich schon als Kind, indem ich durch das elterliche Engagement im täglichen Umgang mit Behinderten nichts Ungewöhnliches sah, sondern einen Alltag erlebte, der – egal wer am Tisch saß – jeden unvoreingenommen mit einschloss.

Meine Mutter versuchte sich immer viel Zeit für uns Kinder zu nehmen - egal wie groß ihre eigene Belastung in der Einrichtung auch war. Mein Vater war, wenn man mich nach seinem Beruf fragte, „Blumeningenieur“. Das blieb er für mich lange Zeit, da ich selbst bei intensiven Hinweisen auf seine korrekte Berufsbezeichnung „Diplom Ingenieur“ meine Wortschöpfung bevorzugte und mich lange davon auch nicht abbringen ließ.

Nachdem ich zunächst mit Dichten und Rezitieren recht heftig unterwegs war, bekam ich mit  14 Jahren die erste akustische Gitarre von meinen Eltern. Nun hielt mich nichts mehr, meine noch schlummernden ‚Saiten’ zum Klingen zu bringen … ich wagte erste mutige Schritte hinsichtlich Texten, Spielen, Singen und begann somit, meine eigene Kreativität zu entdecken und zu entwickeln.

Meine Eltern waren sehr gläubig und lebten das meinen drei Geschwistern und mir mit allen Höhen und Tiefen vor. Daher bot es sich fast von selbst an, dass ich in der ‚Jungen Gemeinde’ - einer Einrichtung innerhalb der evangelischen Kirche - in Jugendgottesdiensten erste Auftritte als Sänger absolvierte. In dieser Gemeinschaft konnten wir eigene Gedanken aussprechen - unabhängig von staatlichen Denkvorschriften oder einer Zensur. Mit meinen zum Teil kritischen Texten und ambitioniertem Vortrag wurde ich trotzdem oft argwöhnisch von den Staatsorganen der DDR beobachtet. Aus heutiger Sicht kein Wunder: die Junge Gemeinde gilt als Mit-Vorbereiter der Wende von 1989…

Für eine Ausbildung als Koch ging ich mit 16 Jahren nach Gera.
Später wechselte ich zur Körperbehindertenarbeit in den sozialen Bereich der Diakonie.

Ich gründete meine erste Band FREISPRUNG, in die auch zwei körperbehinderte Freunde integriert waren. Unter anderem entstanden so das Konzertprogramm und der gleichnamige Titelsong „SAGENHAFTE ZEITEN“. So oft ich damit auftrat, wurde ich noch gut ‚bewacht’…

Mein soziales Schwerpunktthema war in dieser Zeit die Integration behinderter Menschen. Ein Stück musikalische Heimat fand ich später auch für eine Weile als Sänger in der Band „ISEGRIM“. Ich war jetzt 21 Jahre alt und mir wurde klar: ich wollte meine eigene Richtung finden, meine musikalische Laufbahn vorantreiben. Doch welche Überraschung: die eigene Richtung mündete erst einmal in einer Ehe :-)

Bald darauf wurde ich eingezogen. Für mich kam ein Dienst mit der Waffe nicht in Frage – so blieben nur zwei Möglichkeiten: Bausoldat zu werden oder bei Totalverweigerung ins Gefängnis zu gehen. Ich entschied mich für die erste Variante.

1989 - nach dem Mauerfall lautete der neue Begriff für den einstigen Bausoldaten „Zivildienstleistender“. Eine Chance, meiner Neigung für soziale Brennpunkte als ‚Zivi’ in der geschlossenen Psychiatrie in Jena nachzugehen. Beruflich lief es wunschgemäß, privat dagegen wurde es in den folgenden Jahren sehr hart für mich. Aus meiner Ehe, die leider nicht lange hielt, ging mein wunderbarer Sohn Daniel hervor. Obwohl das Scheitern meiner Ehe eine extrem bittere Situation für mich war, versuchte ich noch eine Weile, dem Schmerz stand zu halten, indem ich in der Nähe meines Sohnes blieb. Er war das stärkste Bindeglied, für das ich bereit war, einiges hinzunehmen. Doch die Zeiten wurden recht „heiß“ und ich deutete dies als Zeichen „Du solltest gehen“…

Nach einem Schwelbrand in meiner Wohnung, vor dem ich nur meine Texte und meine Gitarre retten konnte und als kurz darauf auch noch mein Auto abbrannte, war ich soweit: ich war bereit, weg zu gehen aus meiner Heimat und machte mich auf den Weg nach Süden, Richtung München. Hier hatte ich im Rahmen meiner Ausbildung im Sozialpädagogischen Bereich ein Praktikum absolviert und der Arbeitgeber wollte mich in der Straffälligenhilfe für 14-18 Jährige haben. Ich bewohnte ein kleines Zimmer unterm Dach in der Wohngruppe der Jugendlichen, die aus Mädchen und Jungen im Alter von 13 – 18 Jahren bestand und war somit intensiv an ihren Sorgen und Nöten dran. In dieser Jugend-Einrichtung wohnte ich 7 Jahre - eine weitere Zahl 7 in meinem Leben. Insgesamt blieb ich 15 Jahre in der Jugendarbeit und dem Resozialisierungsprojekt für straffällig gewordene Jugendliche.

Musikalisch startete ich in München in der Fußgängerzone und hatte bald meine eigene Band: „Sio Steinberger & Konsorten“ :-) Songs waren in den vergangenen Jahren einige entstanden und wir spielten in verschiedenen Liveclub’s in und um München. Im „Feierwerk“ entdeckte uns  Mike Spike Streefkerk (damals Toningenieur von Produzent Leslie Mandoki) und einige Wochen später war ich mit meiner Band in den Studios von Maffay & Mandoki.

Aus dieser Zusammenarbeit entstand mein erstes Soloalbum „SÜCHTIG NACH LEBEN“ und während der Produktion am Starnberger See in den Red Rock und Red Rooster Studios wurde Peter Maffay auf mich aufmerksam. Ihm gefiel meine Musik - er bot mir eine Zusammenarbeit an. So entstanden mit ihm und seiner Band drei Songs, die ebenfalls auf dem „SÜCHTIG NACH LEBEN“ Album veröffentlicht wurden. Es folgten Konzerte im In- und Ausland und bald darauf kam es für die Single-Auskopplung „Fühl mich wohl“ zur Zusammenarbeit mit H-Blockx-Produzent Ralph Quick und weiteren TV Auftritten und Konzerten in Deutschland und der Schweiz.

Nachdem meine Energiereserven mit zwei Fulltimejobs - Sozialarbeit und Musik - erschöpft waren, verlegte ich zunächst meinen Schwerpunkt wieder mehr auf die Sozialarbeit. Doch die Musik blieb mein ständiger Begleiter - vereinzelt gab ich Konzerte, schrieb weitere Songs und auch in der Arbeit mit den Jugendlichen setzte ich meine musikalische Passion erfolgreich ein.

Mein Leben hat mit sehr viel positivem Energieaufwand (auch aus meinem Glauben heraus) eine sinnvolle Entwicklung genommen. 2002 wurde mein zweiter Sohn und Sonnenschein Tim Lanu Nanook geboren. Er zeigt mir jeden Tag wie schön es ist, die vermeintlich so kleinen Dinge des Alltags – diese täglichen kleinen Wunder - noch sehen & fühlen zu können!

Nach der - für mich nicht nachvollziehbaren - Schließung des Jugenddorfes in Oberbayern, wurde mir 2006 schnell klar: es muss für mich einen weiterführenden Weg auf diesem künstlerischen & sozialen Terrain geben! Also gründete ich mit Freunden den Verein „Erde und Mensch e.V.“ (ursprünglich: „Kreativ & Chancengleich“), um mit meinen Erfahrungen „kreative Wege als Chance“ entstehen zu lassen und meinen tiefen Wunsch nach Gewaltlosigkeit über Musik zu verwirklichen.

Erste Ideen zu einem Charity Musikprojekt waren schon 2003 entstanden und so sah ich in dem Verlust meiner hauptberuflichen Tätigkeit auch eine Chance für meinen Neuanfang mit dem, was mir seit meiner Jugend am Herzen lag: Musik in Kombination mit sozialem Engagement. Der rote Faden, der gewebt ist für unser ureignes Leben, war wieder greifbar und es fühlte sich gut an! Noch etwas war mir im Laufe der Zeit immer wichtiger geworden - die Lebensweisheit der Indianer, ihre lebendige Philosophie und ihre Ehrfurcht vor Mutter Erde: ihr intuitives Wissen um deren Bedrohung, ihr Respekt und ihr Anspruch zu lehren, sorgsamer mit ihr umzugehen, sie mehr  zu schätzen, um Leid und Zerstörung von ihr fernzuhalten. Meine Achtung vor diesen wunderbaren, im Kern ihres Herzens absolut friedlichen Menschen, ließ mich meinen Namen: SIO – abgeleitet von SIOUX – annehmen.

Aus meinem stetigen, inneren Antrieb heraus, etwas für Kinder & Jugendliche zu bewegen und gemäß dem von mir geprägten Postulat „Jedes Kind hat das Recht auf liebevolles Aufwachsen“, fing ich an, die Idee eines Musik Charity Projektes konsequent weiter zu verfolgen. Entstanden ist der Erde & Mensch Charity Sampler mit fünf Jahren intensiver Vorbereitung, die für mich als Initiator und Produzent eine weitere Herausforderung waren.

Doch der Erfolg belohnte mich für den Aufwand - ich schrieb den Titelsong und konnte viele ‚stille’ Helfer und namhafte deutschsprachige Künstler gewinnen: Silbermond, Söhne Mannheims, Ich & Ich, Culcha Candela, Rio Reiser & Alan Woerner, Rapsoul und etliche andere haben mich auf diesem Album mit speziellen, zum Teil unveröffentlichten Songs, unterstützt und die Notwendigkeit erkannt, Kindern und Jugendlichen mehr zu offenbaren, als ihr tägliches, trauriges Programm: lustlos rumzuhängen, Aggressionen freien Lauf zu lassen und Null Bock auf Nichts zu haben! Wenn Kids & Youngster ihre eigene Kreativität vor Augen geführt bekommen, indem sie ermuntert werden, z.B. Musik zu machen, eigene Texte zu schreiben, ihre Erlebnisse in Worte zu fassen – dann erfahren sie, selbst Jemand zu SEIN, dass sie und auch ihr Gegenüber einen WERT haben, jeder Einzelne von ihnen und dass sie nebeneinander bestehen können, sich SEIN lassen können.

Die Erde & Mensch Tour führte mich durch 40 Städte in Deutschland, Österreich und der Schweiz - unter anderem trat ich bei Ich & Ich vor einigen tausend Zuschauern beim Tollwood in München und 2010 mit Cassandra Steen (Erde & Mensch Patin) in Portugal (Eagles Charity Event) auf.

Die Einnahmen dieses Samplers fließen in vollem Umfang in die Kreativarbeit von Erde & Mensch e.V. ein.

Es ist ein beglückendes Gefühl, etwas bewegen zu können und Kinder mit traumatischen Erlebnissen in einem geschützten Rahmen wieder Vertrauen zu schenken. Vertrauen ins Leben und dass alles auch wieder gut oder zumindest besser werden kann. In den vergangenen Jahren entstand mit meiner mobilen Musikprojektarbeit in Jugendzentren, Ganztagesschulen und Kinderheimen eine meiner weiteren Vi-SIO-nen: benachteiligten Kindern und Jugendlichen den kreativen Raum zu bieten, das Grau ihres Alltags selbst bunter zu gestalten und sich eine farbigere Zukunft auszumalen. Dabei ging es nicht nur um ein breites Programm, sondern ganz pragmatisch auch um ein großzügig angelegtes Raumangebot: zu wenig Platz erzeugt ENGE und gerade die wirkt auf Menschen mit Gewalterfahrungen beklemmend. WEITE erzeugt Vertrauen, das etwas Neues kommen und dass dies  um ein Vielfaches besser werden kann, wie das bisherige. Um diese Vi-SIO-n zu realisieren, musste ich weitere Mitstreiter finden und überzeugen, dass es notwendig ist - also Not wendend - für die Zukunft dieser Kinder und Jugendlichen. 2011 wurde dieser Traum Wirklichkeit: das „Erde & Mensch Kreativland“ wurde in Evenhausen im Chiemgau eröffnet.

Ein beglückender Moment und in diesem Zusammenhang die – vielleicht philosophische, sicher sehr individuelle - Frage: „Was ist Glück?“ Glück bedeutet für mich, im eigenen Leben den Sinn zu erkennen, ihn leben zu dürfen, Menschen zu haben, die einen auf diesem Weg begleiten und vielleicht sogar bleiben. Wir leben in einer Zeit, in der uns durch Naturgewalten und menschliche Gewalt immer deutlicher wird, wie wichtig jeder Einzelne von uns mit seinem Denken und Handeln ist und wie wir im Kleinen wie im Großen Veränderungen bewirken können - wenn wir es wirklich wollen.

Jeder Mensch kann versuchen, diese einmalige Erde und jeden einzelnen Menschen darauf respektvoll zu behandeln und natürliche Lebensräume zu erhalten. Zurück zu ursprünglichen Werten, die uns in unserer Gesellschaft und auch in den Familien schleichend verloren gehen. Immer mehr Kinder und Jugendliche sind oft verwahrlost, sich selbst überlassen und völlig überfordert vom Alleinsein in Konsumwelten, Medienwahnsinn, Ellenbogendenken und Gewaltverherrlichung. Auch die Eltern sind häufig überfordert im ständigen Streben nach materialistischen Dingen innerhalb der Leistungsgesellschaft und haben kaum noch Zeit, sich um ihre Kinder zu kümmern. Zurück bleibt die unerfüllte Sehnsucht nach Liebe, Zuneigung und Anerkennung und eine kranke Seele, die irgendwann vielleicht auch um sich schlägt …

Auch bei meinem neuen „7 Sinne“ Album wird wieder ein Euro jedes verkauften Albums der Kinder- & Jugend-Projektarbeit und der Entwicklung des mobilen und festen Erde & Mensch Kreativlandes zugute kommen - ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Kombination meines künstlerischen und sozialen Engagements und hoffentlich der richtige Schritt in die wünschenswerte Richtung, mobile Musikprojekte und die Kreativland-Idee auch auf weitere Bundesländer auszuweiten und kreative Weg als Chance aufzuzeigen, um damit Gewalt in jeglicher Form präventiv zu verhindern.

© SIO STEINBERGER